Wir legen am Samstag, dem 19. September, in der Marina Kremik bei Primošten ab. Am ersten Abend beziehen wir die Kabinen und am Sonntag geht es dann richtig los: Provianteinkauf für zwei bis drei Tage, Sicherheitseinweisung – und dann Leinen los. Wir segeln zunächst zur Marina Frapa in Rogoznica, wo am Abend das große Begrüßungsfest der gesamten Flotte stattfindet. Musik, Spiele, Disco - das erste gemeinsame Event nach der Anreise.
Montag steht eine Hafenrallye an – eine Art Rätselrallye, bei der die Crews gefordert und gleichzeitig zusammengeschweißt werden. Am Nachmittag segeln wir, wenn es das Wetter erlaubt, in eine Bucht. Der Dienstag bringt uns zur Marina Kaštela – mit Hafenspielen, gemeinsamem Flaggenmalen und einem Strandpicknick mit Burgern am Abend. Wir haben als gleich zu Beginn der Woche so einiges vor und wer so etwas schon einmal mit einer Gruppe junger Menschen erlebt hat, weiß: Diese Momente sind alles andere als gewöhnlich.
Es gibt mehrere – aber der Donnerstag hat etwas ganz Besonderes. Alle 99 Schiffe der Flotte fahren in Formation und mit Musik durch die Bucht von Split und dann setzen alle gleichzeitig die Segel. Ich sage euch: Das ist Gänsehaut pur. Man sieht nichts als Segel, hört die Musik, gleitet über das Wasser – und weiß, warum man das alles macht. Dazu kommt das Friedensfest am Mittwochabend, wo jede Crew etwas vorführt. Das ist immer sehr bewegend.
Die Schiffe kommen alle aus Kroatien, aber die Menschen an Bord reisen aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und in den letzten Jahren auch immer wieder aus der Ukraine an. Insgesamt werden es dieses Jahr zwischen 500 und 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein.
Sie machen praktisch alles bzw. alles mit! Einkaufen, Proviant verstauen, kochen, abwaschen, ablegen, anlegen, Segel setzen und bergen, steuern, aufeinander achten, Verantwortung für andere übernehmen. Was sie ihren Fähigkeiten entsprechend können, wird angepackt. Und da geht ganz viel mehr, als man glaubt.
Unsere sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zwischen 16 und 36 Jahre alt. Sie alle haben unterschiedliche Herausforderungen im Leben – körperliche, neurologische, soziale. Manche sind zum zweiten oder dritten Mal dabei. Was mich jedes Mal aufs Neue berührt: Einer unserer jungen Teilnehmer, der schon zweimal mitgesegelt ist, kehrt laut seinen Eltern jedes Mal als ein ganz anderer Mensch zurück. Offener, selbständiger, selbstbewusster. Wenn ich das höre, bekomme ich jedes Mal feuchte Augen. Das ist der Beweis, dass dieses Projekt wirkt. Und zwar im echten Leben.
Die Gewissheit, dass es richtig und wichtig ist, was wir machen. Und dass wir nicht nur eine Woche mit unvergesslichen Momenten schaffen, sondern auch nachhaltig im Leben der jungen Menschen etwas bewegen. Und dann natürlich die Ungeduld, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
Die ghost.first by ghost.company segelt vom 19. bis 26. September 2026 als Teil der Friedensflotte mirno more.
Die Friedensflotte mirno more ist das weltweit größte Segelprojekt für benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Gegründet 1994, vereint die jährliche Flottenwoche in der kroatischen Adria Menschen aus über 30 Nationen. Mission: Integration, Inklusion und Solidarität – unter Segel auf dem offenen Meer.
www.mirnomore.org
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Managing Creative Director
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